Spininjektion
Spininjektion mit ferromagnetischen Halbleitern (z.B. GaMnAs, ZnMnO, SnMnO2) und
ferromagnetischen Metallclustern in Halbleitern (z.B. MnAs Mikrocluster in GaAs);
Demonstration von schaltbarem Ferromagnetismus bei hohen Temperaturen (z.B. in
ZnMnO-Nanosäulen).
Die Spininjektion ist einer der Grundpfeiler der Spintronik, auf den viele weitere Experimente aufbauen. Sie besitzt daher insbesondere in der ersten Phase des Schwerpunktes
besonders hohe Priorität.
Spintransport
Einfluss von kohärenten Tunnelprozessen; experimenteller Zugang zu den Rashba- und
Dresselhaus-Termen; Entwicklung einer systematischen Theorie der Quantenstreuung
mit Berücksichtigung starker Spin-Bahn-Streuung; Einfluss der Spin-Bahn-Streuung
in n-dimensionalen Systemen auf den elektrischen Widerstand; numerische Simulation der zeitlichen Entwicklung der Spineigenschaften von Streuzentren; Lösung der
zeitabhängigen Schrödingergleichung für spezielle Geometrien; Berücksichtigung eines
Magnetfeldes beim Spintransport; hochbewegliche Elektronen in AlAs; Spintransport
durch Quantenpunkte; Spindepolarisation an Halbleiteroberflächen.
Spininjektion ohne effiziente Methoden des Spintransports ist nur bedingt nützlich.
Der Spintransport hat daher ebenfalls besonders hohe Priorität in der ersten Phase des
Schwerpunktes.
Spindynamik / gezielte Manipulation des Spins
Manipulation von optisch angeregten Spins in GaAs-Nanostrukturen mittels akusti-
scher Oberflächenwellen; Spindynamik und Spinrelaxation in Abhängigkeit von akustischen Oberflächenwellen und Magnetfeld; g-Faktor-Tuning Über Kristallorientierung,
Kristallstruktur und elektrische Felder; Spin/Magnetisierungsdynamik in nanostrukturierten, ferromagnetischen Halbleitern in Abhängigkeit von Temperatur, Kristallanisotropie und Formanisotropie; Domänenwanderung in ferromagnetischen Halbleitern;
Rashba- und Dresselhaus-Spinaufspaltung mittels THz-induzierter PhotostrÖme; Untersuchung der Dynamik der Spin-Ladungskopplung, Spineffekte in SiGe.
Spin-Spin- und Spin-Bahn-Wechselwirkung
Wechselwirkung von Elektronenspins an Halbleiter/Metallcluster-Grenzflächen; Manipulation der Elektron-Kernspin-Wechselwirkung; Spin-Bahn-Wechselwirkung in hoch-beweglichen Elektron- und Loch-Systemen; Berry-Phasen in mesoskopischen Systemen; kollektive Spinanregung in ferromagnetischen Halbleitern; Kopplung nichtmagnetischer Quantenpunkte an ein magnetisches Reservoir.
Spin-Elektronik und Spin-Optoelektronik
Theoretische Modellierung von einfachen Logikschaltkreisen wie AND/OR-Schaltungen,
die auf dem Spintransport, der Spinpolarisation und der Spinfilterung in gekoppelten Nanostrukturen beruhen; Untersuchung der Reziprozität der Einzelbauelemente,
Rückkopplung, Verstärkung und Nichtlinearitäten; Nutzung des Spins in Silizium-
Bauelementen.
Die Entwicklung von Konzepten für Spin-Bauelemente soll in der ersten Phase des
Schwerpunktes begonnen werden und in der zweiten Phase hohe Priorität erhalten. Die
Konzeptentwicklung ist besonders eng mit den beiden vorherigen Forschungsbereichen
Spindynamik und Spin-Wechselwirkung verknüpft.
Spin-Quanteninformationsverarbeitung
Optische Erzeugung von Spin-Kohärenz in selbstorganisierten Quantenpunkten zur
Nutzung von "Quantum Coherence"; Verschränkung von mehreren Spin-Qubits in
Quantenpunkten mit wenigen Elektronen; Transport von verschränkten Spinzuständen
in Halbleitern.
Die Spin-Quanteninformationsverarbeitung baut auf allen oben genannten Forschungs-
bereichen auf und liefert direkte Rückkopplung für die Konzeptentwicklung von Spin-
Bauelementen.